Kleiner Katechismus des katholischen Glaubens

2. Hauptteil - von den Geboten

Von der Sünde


128.      Woher wissen wir, was gut und was böse ist?

Was gut und was böse ist, sagt uns die Stimme des Gewissens.

Durch sein Gewissen erkennt der Mensch die göttliche Ordnung. Jeder Mensch hat ein Gewissen, doch es funktioniert nicht bei allen gleich gut. Wenn man sich daran gewöhnt, gegen das Gewissen zu handeln, wird die Stimme des Gewissens leiser.

129.      Was muss man tun, damit das Gewissen gut funktioniert?

Damit das Gewissen gut funktioniert, muss man es bilden.

Dazu ist es notwendig, die Gebote Gottes und der Kirche sowie den Katechismus zu kennen und regelmäßig das Gewissen zu erforschen. Ein guter Mensch hört immer auf sein Gewissen.

130.      Was ist eine Versuchung?

Eine Versuchung ist ein Anreiz zur Sünde.

Die Versuchung ist noch keine Sünde. Sie wird aber zur Sünde, wenn man zustimmt.

131.      Was tut man bei Versuchungen?

Versuchungen jagt man schnell fort und bittet Gott um Hilfe.

132.      Wer begeht eine Sünde?

Eine Sünde begeht, wer ein Gebot Gottes oder der Kirche mit Wissen und Willen übertritt.

Man kann sündigen durch böse Gedanken, Worte und Werke.

Nicht alle Sünden sind gleich schlimm. Es gibt lässliche und schwere Sünden.

-     Lässliche Sünden heißen auch Wundsünden.
-     Schwere Sünden heißen auch Todsünden.

133.      Wer begeht eine schwere Sünde?

Eine schwere Sünde begeht, wer ein Gebot Gottes in einer wichtigen Sache mit Wissen und Willen übertritt.

Die schwere Sünde heißt Todsünde, weil man durch sie die heiligmachende Gnade verliert. Wer ohne Reue mit einer schweren Sünde stirbt, kommt in die Hölle.

134.      Wer begeht eine lässliche Sünde?

Eine lässliche Sünde begeht, wer ein Gebot Gottes

1)   entweder in einer geringen Sache
2)   oder nicht ganz freiwillig übertritt.

Auch die lässlichen Sünden beleidigen Gott. Wer sich daran gewöhnt, kommt leicht dazu, auch schwere Sünden zu begehen.

135.      Welches sind die sieben Hauptsünden?

Die sieben Hauptsünden sind:

1)     Stolz                  [Hochmut, Hoffart]
2)     Geiz                    [Habsucht]
3)     Unkeuschheit     [Wollust]
4)     Neid
5)     Unmäßigkeit       [Völlerei]
6)     Zorn
7)     Trägheit

Sie werden Hauptsünden genannt, weil aus ihnen viele andere Sünden hervorgehen.

-     Aus der Gewöhnung an die Sünde entsteht das Laster.
-     Aus der Gewöhnung an das Gute entsteht die Tugend.

 


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