Kleiner Katechismus des katholischen Glaubens

3. Hauptteil - von den Gnadenmitteln

Die Sakramente - 4. Das Sakrament der Buße


3. Die Sünden bereuen

188.      Was ist die wichtigste Voraussetzung zum Empfang des Bußsakramentes?

Die wichtigste Voraussetzung für die heilige Beichte ist die Reue.

Ohne Reue kann keine Sünde nachgelassen werden. Eine Beichte ohne Reue wäre ungültig.

189.      Wann hat man eine wahre Reue?

Eine wahre Reue hat man, wenn es einem von Herzen leid tut, die Sünden begangen zu haben.

190.      Welche Arten von Reue gibt es?

Es gibt drei Arten von Reue:

1)   vollkommene Reue,
2)   unvollkommene Reue,
3)   eitle Reue.

191.      Was ist eine vollkommene Reue?

Die vollkommene Reue heißt auch Liebesreue. Sie geht hervor aus dem Gedanken an die göttliche Liebe und aus der Scham darüber, diese Liebe verletzt zu haben.

192.      Welche Kraft hat die vollkommene Reue?

Die vollkommene Reue hat die Kraft, jede Schuld augenblicklich zu tilgen.

Mit der vollkommenen Reue ist stets das Verlangen nach der heiligen Beichte verbunden. Deshalb ist es nicht möglich, Liebesreue zu erwecken, um nicht beichten zu müssen. Eine vollkommene Reue soll man vor allem in Todesgefahr erwecken.

193.      Was ist eine unvollkommene Reue?

Die unvollkommene Reue heißt auch Furchtreue. Sie geht hervor aus dem Gedanken an die göttliche Gerechtigkeit. Man denkt daran, dass jede Sünde eine gerechte Strafe verdient.

Unvollkommen heißt sie, weil sie allein nicht genügt, um schwere Sünden zu tilgen. Sie kann aber nützlich sein, um sich von der Sünde abzuwenden. Zum gültigen Empfang der Beichte genügt sie.

194.      Was ist eine eitle Reue?

Bei eitler Reue tut einem die Sünde nur deshalb leid, weil man sich vor den Menschen schämt oder weil sie einen zeitlichen Schaden gebracht hat. An Gottes Liebe und seine Gerechtigkeit aber denkt man nicht und will sich auch nicht bessern.

Vor Gott hat sie keinen Wert. Sie nützt nichts für die Beichte.
 


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