Kleiner Katechismus des katholischen Glaubens

3. Hauptteil - von den Gnadenmitteln

Die Sakramente - 4. Das Sakrament der Buße


5. Die Sünden bekennen

197.      Was müssen wir bei der Beichte tun?

Bei der Beichte müssen wir reumütig und aufrichtig unsere Sünden dem Priester bekennen.

198.      Welche Sünden müssen wir beichten?                                                                                      

Wir müssen wenigstens alle schweren Sünden beichten, und zwar nach Art und Zahl.

Bei schweren Sünden muss man die wichtigen Umstände sagen und so gut man kann auch die Häufigkeit, wie oft man die Sünde getan hat.

Wer eine schwere Sünde aus falscher Scham verschweigt oder absichtlich so undeutlich sagt, dass der Beichtvater sie nicht verstehen kann, beichtet ungültig und lädt eine schwere Last auf seine Seele.

199.      Was müsste man tun, wenn man eine schwere Sünde absichtlich ausgelassen hätte?

Wenn man eine schwere Sünde absichtlich ausgelassen hätte,

1)   müsste man diese beichten und zugleich sagen, wie oft man sie absichtlich ausgelassen hat.
2)   Auch müsste man alle schweren Sünden seit der letzten gültigen Beichte nochmals bekennen.

200.     
Was muss man tun, wenn man unabsichtlich eine schwere Sünde ausgelassen hat?

Wer eine schwere Sünde unabsichtlich vergessen hat, muss diese Sünde in der nächsten Beichte bekennen. Die Beichte war aber gültig.

201.      Was lehrt die Kirche über das Bekenntnis der lässlichen Sünden?

Die Kirche lehrt, dass es zwar nicht notwendig, aber sehr nützlich ist, auch die lässlichen Sünden zu bekennen.

Kleine Wunden kann man zwar selber heilen, aber manchmal ist es doch gut, auch sie dem Arzt zu zeigen. Das regelmäßige Bekenntnis der lässlichen Sünden ist eine Hilfe, unser Gewissen zu bilden, gegen böse Neigungen anzukämpfen und in der Liebe zu Christus zu wachsen.

202.      Warum soll man sich niemals schämen, aufrichtig zu beichten?

Man soll sich niemals schämen, aufrichtig zu beichten,

1)   weil der Beichtvater nicht das Geringste aus der Beichte aussagen darf [Beichtsiegel];
2)   weil es besser ist, seine Sünden im Geheimen zu bekennen, als unruhig zu leben, unglücklich zu sterben und am Jüngsten Tag vor der ganzen Welt beschämt und ewig verdammt zu werden.

Der Beichtvater ist verpflichtet, eher den Martertod auf sich zu nehmen, als das geringste aus der Beichte auszusagen. Aber nicht nur der Beichtvater, sondern jeder, der etwas aus der Beichte eines anderen weiß, muss darüber strengstes Stillschweigen bewahren.
 


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