Kleiner Katechismus des katholischen Glaubens

3. Hauptteil - von den Gnadenmitteln

Die Sakramente - 4. Das Sakrament der Buße


Der Ablass 

Schon aus der alltäglichen Erfahrung weiß man, dass Sünden Folgen haben, die nicht durch Reue allein aus der Welt geschafft werden können. Diebesgut muss erstattet, der gute Ruf wieder hergestellt, angerichteter Schaden gut gemacht werden ...

Sünden haben auch geistige Folgen.

-     Eine schwere Sünde zieht die ewige Strafe nach sich.
-     Lässliche Sünden ziehen zeitliche Strafen nach sich.

Man unterscheidet Sündenschuld und Sündenstrafe.
In der heiligen Beichte werden die Sündenschuld und die ewige Sündenstrafe nachgelassen, nicht aber unbedingt auch die zeitlichen Sündenstrafen.
Beim Nachlass schwerer Sünden wird die ewige Strafe gleichsam umgewandelt in eine zeitliche Strafe.
Die zeitlichen Folgen der Sünde fordern Wiedergutmachung und Läuterung. Dafür können wir entweder auf Erden Buße tun oder später im Fegfeuer.

204.      Was ist ein Ablass?

Ein Ablass ist ein Nachlass von zeitlichen Sündenstrafen, die nach der Vergebung der Sünden noch übriggeblieben sind.

Ein Ablass tilgt also keine Sünden, sondern zeitliche Strafen.

Es gibt vollkommene Ablässe und Teilablässe.

-     Ein vollkommener Ablass bedeutet, dass alle zeitlichen Sündenstrafen nachgelassen werden.
-     Ein Teilablass bedeutet, dass ein Teil der zeitlichen Sündenstrafen nachgelassen wird.

205.      Von wem hat die Kirche die Gewalt Ablässe zu erteilen?

Die Gewalt Ablässe zu erteilen hat die Kirche von Jesus Christus.

Im Ablass teilt die Kirche die Gnaden aus, die Jesus und die Heiligen verdient haben.

206.      Was ist notwendig, um einen Ablass zu gewinnen?

Um einen Ablass zu gewinnen,

1)   muss man im Stand der Gnade sein
2)   und die von der Kirche vorgeschriebenen Werke genau verrichten.

Zur Gewinnung eines vollkommenen Ablasses gehört die heilige Beichte, die heilige Kommunion, ein Gebet nach der Meinung des Heiligen Vaters und die entschiedene Abkehr von der Sünde.

Die Ablässe sollen ein Ansporn sein zum öfteren Empfang der Sakramente und zur Verrichtung guter Werke.
 


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