Kleiner Katechismus des katholischen Glaubens

3. Hauptteil - von den Gnadenmitteln

Das Gebet


224. Was heißt beten?

Beten heißt, seine Seele zu Gott erheben

1)   um ihn zu loben,
2)   ihm zu danken,
3)   ihn zu bitten
4)   und um Sühne zu leisten.

Man unterscheidet daher Lob-, Dank-, Bitt- und Sühnegebet.

225. Warum müssen wir beten?

Wir müssen beten,

1)   weil Gott will, dass wir beten
2)   und weil das Gebet zur Seligkeit notwendig ist.

Das Gebet ist das ordentliche Mittel, durch das Gott uns die zum Heil notwendigen Gnaden schenkt.

226. Wann sollen wir beten?

Wir sollen alle Tage beten, besonders am Morgen, am Abend, vor und nach dem Essen und in Versuchungen.

Was das Atmen für den Leib ist, das ist das Gebet für die Seele.

Wir sollen beten für alle Menschen, für Lebende und Verstorbene, für Freunde und Feinde, für die nächsten Angehörigen, für die geistliche und weltliche Obrigkeit, für die Bekehrung der Sünder und für die Anliegen der heiligen Kirche.

227. Wie sollen wir beten?

Wir sollen beten

1)   andächtig,
2)   demütig,
3)   vertrauensvoll,
4)   beharrlich.
 

-     Andächtig beten wir, wenn wir uns Mühe geben, gesammelt und von Herzen zu beten.
-     Demütig beten wir, wenn wir daran denken, dass wir schwach und sündhaft sind.
-     Vertrauensvoll beten wir, wenn wir fest hoffen, dass Gott uns erhört.
-     Beharrlich beten wir, wenn wir nicht nachlassen, auch wenn Gott uns lange nicht erhört.

Im Gebet empfangen wir viel Kraft zum Guten und Trost und Hilfe in Leid und Not.
 


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